Kuratorium

Liedgut

Museum für

erhaltenswerte

Melodien

 

 

 

„Blumischkeit kennt keine Grenzen!“

Aktuelles

Im Moment befindet sich die Band in einer Phase der Neuorientierung, der Revitalisierung, des Relaunchs, der seelischen Erhebung. Oder wie sagte es Ernst Stadler in seinem wunderbaren Gedicht „Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht“:

„Und dann die langen Einsamkeiten. Nackte Ufer.
Stille. Nacht. Besinnung. Einkehr. Kommunion.
Und Glut und Drang
Zum Letzten, Segnenden. Zum Zeugungsfest.
Zur Wollust. Zum Gebet. Zum Meer.
Zum Untergang.“

Blumischkeit kennt keine Grenzen!

Im Moment arbeitet die Kernbesetzung der Band also an der Erarbeitung eines „Lagerfeuer“ genannten Programmes, das unplugged mit kleinem Besteck (mit relativ geringem technischen Aufwand) vortragbar ist. Dieses Programm soll nicht nur, aber doch möglichst viele Titel enthalten, die das Publikum mitsingen kann, z. B. auf einer privaten Feier. Abba nix von Abba!

Wir sind Menschen, keine Avatare!

Anfragen sind uns etwa ab 2024 willkommen.

Zur rhythmischen Unterstützung suchen wir einen Menschen, der Smallpercussion, Cajon bzw. ein erweitertes Cajon-Set oder ein akustisches und/oder elektronisches Drumset in geringer Lautstärke (!) spielen kann.

Die Klopper haben Pause oder können woanders. Weiterhin werden wir ein Bandprojekt angehen, mit dem man auch einen größeres Publikum beschallen kann. Dieses Programm soll nicht nur, aber doch einige Titel enthalten, die ins Bein gehen und zur Bewegung animieren.

Zu diesem Behuf werfen wir die Netze nach einem Drummer bzw. einer Drummerin und einer Keyboarderin bzw. einem Keyboarder aus.

Meldet Euch!

Die Band

Die Kernbesetzung

Angelika Oerder:
Gesang, Bass, Schriftführerin, Stimme der Vernunft

Rüdiger Meik:
Gesang, Gitarre, Kurator, Supervision

Tonale Assistenz

Tonal wurde die Band bisher gelegentlich von verschiedenen Musikern assistiert, u. a.:

Peter Funda: Drums, Percussion
Andreas Recktenwald: Keyboards, Gesang
Christian Mohrhenn: Drums
Roman Babik: Tasteninstrumente
Christoph Kuberka: Drums, Cajon, Bass, Gitarre
Diesen Profis sei nochmal herzlich für Ihre Unterstützung gedankt; wir haben viel von Euch gelernt!

Musikstil

Mit einem interdisziplinären Ansatz wird die Pflege erhaltenswerter Melodien betrieben, und zwar genau dort, wo sich die postkapitalistische Exploitation köstliches Liedgut bis zur Bedeutungslosigkeit nutzbar macht und deshalb die neokulturelle Erhaltung ausgewählter Tonereignisse eine erstrebenswerte Gegenbewegung generiert, indem sie zum musikalischen Imperativ komprimiert.

Wege und Ziele sind mystisch getarnt, und nicht nur der Kurator des Kuratoriums Liedgut grübelt noch darüber, wohin das führen mag. Der rote Faden wird aus der stilistischen Kumulation des futuristischen Biedermeiers mit einem romantischen Nihilismus auf irgendeinem Niveau gesponnen, unter Berücksichtigung der Fliehkräfte, die durch den integrativen Kohärenzsinn des Pop, … äh …, wo war ich gerade?

Die Musikdarbietung umfasst also fremde wie eigene Kompositionen populärer Musik im offenen Vollzug, d. h. Pop mit Spurenelementen aus Rock, Blues, Reggae, Funk, Surf, Soul, Jazz, Country usw.

Es gibt englisch- und deutschsprachige Texte ebenso wie Instrumentaltitel. Das Publikum wird gelegentlichen mit Aufforderungen zu engagierter Mitwirkung behelligt.

Auftritte

Wir sind bisher nur selten aufgetreten, haben aber vor, das ab ca. 2024 zu ändern.

Datum Veranstaltung Ort Programm/
Besonderheiten
Juli
2017
bunter
Nachmittag mit
dem Kuratorium
Liedgut
Musikschule
Kuberka/Kultur
im Kontor,
Wuppertal
Musikschule
Kuberka/Kultur
im Kontor,
Wuppertal
Juli
2015
Hochzeitsfeier Dortmund
Bövinghausen
Gemeindezentrum
drei Songs als KL;
drei Songs mit Andreas
Schleicher (voc, git)
Juni
2015
kirchliche
Trauung
Lichtenplatzer
Kapelle
Wuppertal
J. S. Bach:
Freut Euch alle
(mit Familienchor)
2013 Musikschule
Kuberka,
Wuppertal-
Cronenberg
Musikschule
Kuberka,
Wuppertal-
Cronenberg
zwei Sets zusammen
mit QB (voc, git,
bass, drums)
2011 Geburtstagsfeier Ahnepark-Cafe
in Vellmar bei
Kassel
ein Geburtstagslied
September
2008
Hochzeitsfeier Alte Feuerwache
an der Gathe,
Wuppertal
mit der GMW-Band
2006 Geburtstagsfeier am Wasserturm,
Wuppertal-
Hatzfeld
zwei Sets mit
Stephanie Hoffmann
(voc)
Juni
2005
Geburtstagsfeier Remscheid-
Honsberg
mit Stephanie Hoffmann
(voc)

Schriften, Töne, Fotos

Liste der Veröffentlichungen

Liedgut

Lieb dich selbst!

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(M: Keb’ Mo’/dt. T: Rüdiger Meik)

1 Um sechs muss ich zur Arbeit
Und komm erst spät nach Haus’
Ich schufte so sechs Tage lang
Nur am Sonntag schlaf’ ich aus.
Bei der Bank, da hab’ ich Schulden
Für das Auto und das Haus.
Ich wollt’ grad ‘ne Reise buchen
Da schmeißt mein Chef mich raus.

1. Ch.
Wenn keiner dich will
Und du bist ganz allein auf dieser großen weiten Welt Hast du nur eine Chance:
Lieb dich selbst!
2 Ich komm vom Yogakurs nach Hause
Und da krieg’ ich einen Schreck.
Das Licht ist aus, das Bett ist leer
Und mein Mann ist weg.
Ich hab’ ihn niemals schlecht behandelt
Ich versteh’ die Welt nicht mehr.
Er zieht zurück zu seiner Mutter.
Oh Mann, das ist nicht fair!

2. Ch.
Gesprochene Ad-libs zur Lage der Nation, subjektiv betrachtet

3 Okay, es läuft grad’ nicht so günstig
Doch eigentlich bin ich ein Star
Also nehm’ ich mir mein Handy
Wähl’ die Nummer von Eberhard.
Wir waren früher mal zusammen
Ich frag ihn locker: „High, wie geht’s?“
Er hat jetzt ‘n’ Hund, ‘ne Katze, drei Kinder und ‘ne
Frau und sagt: „Du kommst echt zu spät!“

3. Ch.
Wenn keiner dich lieb hat
Und du bist ganz allein auf dieser großen weiten Welt
Hast du nur eine Chance:
Mach’s dir doch selbst!

Über „Lieb dich selbst!“
Der Song von Keb’ Mo’ gefällt mir, aber das Picking kann ich
nicht so wie er spielen.
Macht nix, dann ich spiele eben ein eigenes Picking-Muster,
übertrage den Text ins Deutsche und habe fertig.

Pirli, pirli pöm

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(T+M: Rüdiger Meik)

1 Wir können’s kaum erwarten, die Hoffnung macht sich breit Die Tage werden kürzer, schon bald ist Weihnachtszeit!
Der Schnee sowie das Eis, die sind beide kalt
Die Kinder, die sind jung, der Weihnachtsmann ist alt!
Pirli, pirli pöm

2 Der Kaufmann bringt zur Bank, die Bombe voller Geld Er lächelt sehr zufrieden, er hat schon nachgezählt!
Der Weihnachtsmann fährt übern Schnee, auf seinem schicken Schlitten
Auch wenn er Glühwein intus hat, ist er nie ausgeglitten!
Pirli, pirli pöm

3 Rudolf heißt das Rentier, das den Schlitten zieht
Hat Rudolf mal Verdauung, gibt’s ’nen großen Haufen
Schiet!
Von weitem kann man hör’n, wie Glöckchen silbrig klingen
Sie künden von der Freude, die uns das Fest wird bringen!
Pirli, pirli pöm

4 Daheim der steht der Baum, es grünt die Fichtentanne
Die Kugeln, das Lametta, die hängen an ihm dranne!
Die Kindlein sind beschäftigt mit ihren Spielgeschenken
Die Eltern sind besinnlich und tun an Jesus denken!
Pirli, pirli pöm

*Ein konsumkritisches Weihnachtslied aus einem Phantasieland im hohen Norden

Über „Pirli, pirli pöm“ (T+M: Rüdiger Meik)

Gelegentlich kommen die Ideen von irgendwo angeflogen, nicht oft,
aber eben manchmal. Irgendwie dachte ich, dass sich „pirli pöm“
nach einer nordischen Sprache anhört.
Es gibt vielleicht nicht so viele Vorweihnachtslieder wie Liebeslieder,
aber eigentlich schon mehr als genug. Dieser Gedanke hat
etwas Befreiendes, und so habe ich gedacht, dass ich mit größter
Überzeugung völlig unnötiger Weise ein weiteres Adventslied
schreiben könne, wer will denn da kleinliche Einwände erheben.
Selbstverständlich trieft dieser Text von Konsumkritik. Ich kann
nicht anders, ich habe schon als jugendlicher Franz Josef, also
bestimmt nicht den Kaiser, sondern den Degenhardt gehört und war
voll überzeugt sozialkritisch.
Eine Musikaufnahme haben wir noch nicht. Die begleitende Musik
ist rhythmisch von „Texas“, einem Song von Helge Schneider, inspiriert.
Einmal sind Angelika und ich als Nikolaus und seine Assistentin
Engeline (Knecht Ruprecht kam nicht in Frage, um die Kinderseelen
nicht mit unnötigen Gewaltfantasien zu irritieren) aufgetreten,
da haben wir dieses Lied gespielt. BB’s Idee des Verfremdungseffekts
hat auch bei mir Spuren hinterlassen.

Ruhe nach dem Sturm
Kiss Me
Jraaduss
Corona, Corona
Boiling Milk
Sex without bodies

Pressetexte

Fotos

Geschichten

Das Verhör!

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(Rüdiger Meik)

„Hier ist der Bursche“, sagt der Wachtmeister, als er mir den wandlungsfähigen Autodieb Bogislav Storch zum Verhör bringt. Storch sieht gerade aus wie Marianne Koch in der Folge 12 a einer bisher noch nicht gesendeten Familienserie. Genauer gesagt, wie in einem der Outtakes. „Oh, unbedarfte Schönheit der Jugend, wohin bist du entschwunden?“ geht mir durch den Sinn, gleichwohl steht diese Frage nicht im Mittelpunkt der Ermittlungen, obwohl sich die Staatsanwältin privat dafür interessiert hätte.

Schon seit Jahren jage ich hinter diesem gewahrsamsbrechenden Chamäleon her, aber erst jetzt konnte ich unter Nutzung zielgerichteter unermüdlicher Fahndungsarbeit seiner gesellschaftsschädlichen Existenz habhaft werden. während ich noch überlege, wie ich aus dem Strolch ein allumfassendes Geständnis herauspressen könnte, wachsen ihm plötzlich lange Haare und weiße Fransen an der Jacke. Lederschnürli als Tarnung! „Hahaha“, verhöhne ich ihn, „machst du jetzt auf Ricky Shane? Hier wirst du aber keine Ketten sprengen! Mitnichten!“

Das macht ihn dann sofort mürbe, denn ein erkannter Feind ist nur ein halber Feind. Wie gesagt, Feind, kein Freund! Triumphierend halte ich ihm das Foto vom Sommer unter die Nase, als er einen Vw-Käfer-Cabrio aus dem Schuppen des Oldtimersammlers Ernst Schnatzbrand- Kolbenhub gestohlen und an der Kohlfurter Brücke geparkt hatte. Und nun hatte ich ihn identifiziert! Das war nicht so leicht, wie es sich vielleicht anhört. Das wird von polizeilichen Laien immer wieder chronisch unterschätzt. „Gestehe deine üblen Taten“ brülle ich ihn unter Anwendung modernster psychologischer Verhörtechniken an. Bogislav Storchs Gesichtszüge entgleiten und nehmen eine tränendrüsige Form an, wie damals Andreas Möller nach einem verschossenen Elfmeter. „Ich war’s. Schwere Kindheit, freudlose Pubertät“, schluchzt er noch, aber das kann man sich ja nicht mehr anhören. Mit einem scharfzüngigen Befehl lasse ich ihn abführen: „Weihnachten hinter Gittern, das hast du davon!“

Der Fall ist gelöst. Die von ihm gestohlenen Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren werden, soweit sich deren Eigentümer nicht mehr auffinden lassen, einer gutmütigen Versteigerung zugeführt. Viele sind schon auf Hybridantrieb, Stromautos oder die Warptechnologie umgestiegen. Meine Zeit ist knappest, darum müssen sich die Kollegen vom Wirtschaftsdezernat kümmern. Lautlos senkt sich der Deckel seiner Akte.

Das auftauchende U-Boot

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(T+M: Rüdiger Meik)

Leise klirrten die Sporen, als sich Wesley Neckergang, völlig losgelöst von dem Pferde, den Staub von den Stiefeln wischte und vor den Salon trat, in dem die rundherum vollumfänglich emanzipierte Privatdetektivin Cilla Fährtenbruch nach dem Pfefferspray aus biologischem Anbau in ihrer Handtasche tastete, währenddessen Melissa Strandbeutel, die nachhaltig mit allen Wassern gewaschene Kängurutrainerin, gänzlich unbeobachtet zwei Milliliter Norephedrin aufzog, um damit das violett blutende Fellmonster zu revitalisieren, das aus der Raumkapsel wegen einer unzureichend kalkulierten teslatischen Transformation direkt auf dem Tresen materialisierte. Das wäre ja noch alles angegangen, praktisch im Rahmen des Üblichen, doch als sich hinter Wesley Neckermann die Straße teilte und ein U-Boot eines Sammlers ausgedienter Militaria auftauchte, machten die Gesetze der handelsüblichen Logik einer mehr als verdiente Pause. Darauf einen Schokoriegel! Der kalorienbewusste Kommandant hatte sich seit seiner Jugend gemeinsam mit seiner anorexischen Schulfreundin Filetta Feinbein intensiv für eine gesunde Ernährung gekämpft; insofern war er nicht nur Kommandant, sondern auch Kombattant. Jedenfalls wusste er nicht, dass das violett blutende Fellmonster ursprünglich das Haustier der Privatdetektivin Cilla Fährtenbruch war, obwohl dieser Umstand den Bewohnern des ganzen Straßenzuges vertraut war, also keine Neuigkeit hier vororten!

Einer eher zähen Gemütsbewegung folgend, wandte er sich vom Saloon ab, schritt obeinig in das benachbarte Etablissement, wo süßer die Gläser nie klirrten. Daselbst im Chambre séparée wurde er von einer namenlosen duftende Dame betört, die sich mit der Eule Olafs eingerieben hatte.

Bleibt noch zu sagen, dass die Detektivin ihre Lizenz an die Detekteikammer beschämt zurückgab, obwohl sich herausstellte, dass sie die Mutter aller Untersuchungen war. Die Vorwürfe der geheimbündig verfassten interstellaren Tierschutzkommission stellten eine schwere Belastung dar. Schadensersatzforderungen in etwa der gleichen Höhe, in der die Raumkapsel des violett blutenden Fellmonsters im Sternnebel gestrauchelt war, standen drohend im Raum!

Die örtliche Spurensicherung befasste sich noch lange mit den Kratzspuren, die das auftauchende U-Boot am geborstenen Straßenbelag hinterlassen hatte, aber Lesley Neckermann konnte dafür kein Interesse aufbringen. Etwa ein Drittel seiner Träume harrten der unmittelbar bevorstehenden Digitalisierung, da musste er entsprechende Prioritäten setzen.

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